Reisebericht Gruppenreise Ahlbeck 08

Reisebericht Gruppenreise der Telekom – Senioren Ulm nach Ahlbeck, Insel Usedom
Am Dienstag, dem 6.5.2008 trafen sich 39 Telekom – Senioren voll froher Erwartung bereits morgens um 7.00 Uhr am Ulmer Busbahnhof, um die lange Busreise ( fast 900 km ) quer durch die Republik zu Deutschlands zweitgrößter Insel Usedom in der Ostsee anzutreten. Wie im letzten Jahr chauffierte uns wieder „Sonny Boy“ Enrico zur Freude unserer Damen, auch wenn er diesmal seine Freundin Katja dabei hatte, die uns die ganze Reise lang fleißig mit Getränken versorgte.
Nach gut 13 Stunden hatten wir bei bestem Wetter unser Ziel, das „Haus Seeblick“ des Erholungswerkes direkt an der Strandpromenade in Ahlbeck erreicht. Nach dem Abendessen im Restaurant „Meereswelle“, in dem wir dann täglich unser Abendessen einnahmen, bezogen wir unsere Zimmer oder Appartements, um uns von der langen Reise zu erholen.
Am Mittwoch ( 7.5. ) hatten wir bei strahlendem Sonnenschein den ersten freien Tag. Die meisten begannen ihn mit einem Rundgang im Seebad Ahlbeck, geführt von Herrn Tessmann, dem Leiter der Ferienstätte, der sich als gebürtiger Ahlbecker natürlich gut auskannte und so manche Geschichte des Ortes erzählen konnte.
Danach konnte sich jeder den Tag selbst gestalten. Einige mieteten sich ein Fahrrad, einige wanderten den Strand entlang bis ins polnische Swinemünde, andere wählten die westliche Richtung zu den Seebädern Heringsdorf und Bansin, wieder andere fuhren mit den Ausflugsschiffen oder mit dem Bäderbus.
Abends kam der Usedomer Dieter Jung und erfreute uns mit einem Dia – Vortrag über die Geschichte Usedoms mit vielen historischen Bildern.
Am Donnerstag ( 8.5. ) bestiegen wir wieder bei strahlendem Sonnenschein gleich nach dem Frühstück den Bus, um nach Stralsund aufzubrechen. Hierbei lernten wir auch unseren Reiseführer Dietrich Gildenhaar kennen, der uns mit Witz und Wissen auf allen Ausflügen begleitete und uns sehr viel Wissenswertes über Land und Leute vermitteln konnte.
Die alte Hansestadt Stralsund, am „Strelasund“ gelegen, von dem sie auch ihren Namen hat, ist heute Weltkulturerbe der UNESCO. Nach einer Runde über die neue Rügenbrücke, eine elegante Hängebrücke, die an einem Pylon aufgehängt ist, besuchten wir die Altstadt. Bei einer Stadtführung lernten wir die Basilika St. Maria, eine riesige dreischiffige gotische Kirche mit barocker Haube, die Nikolaikirche am Alten Markt und daneben das historische Rathaus in wunderschöner Backsteingotik kennen. Der Nachmittag war einem Besuch im bekannten Meeresmuseum vorbehalten, das im ehemaligen Katharinenkloster untergebracht ist und Meeresbewohner aller sieben Weltmeere zeigt. Leider war die Zeit dafür zu knapp, weil der Rückweg nach Ahlbeck doch noch ziemlich weit war.
Am Freitag (9.5.), wie bisher strahlende Sonne, fuhren wir frühzeitig los, um den weiten Weg nach Kolberg in Polen zu bewältigen. Mit der Autofähre über die Swine, quer durch die Insel Wolin vorbei an den alten Seebädern Swinemünde, Misdroy und Heidebrink erreichten wir nach über 4 Stunden Fahrt über schlechte Straßen das größte Seebad der Ostseeküste Kolberg. Bei einem ausgedehnten Stadtrundgang lernten wir vor allem den Mariendom, eine riesige 5-schiffige Kirche aus dem frühen 14. Jahrhundert das Rathaus und den Stadtpark kennen. Danach streiften wir noch selbst durch die alte, z.T. schön renovierte Stadt; besuchten den berühmten kilometerlangen Sandstrand und rumpelten dann wieder zurück Richtung Usedom. Unterwegs besuchten wir in Cammin die schöne Kathedrale des hl. Johannes mit dem einzigen noch erhaltenen gotischen Kreuzgang Pommerns. Nach insgesamt fast 8 Stunden Fahrzeit endete dieser Tag musikalisch mit Seemannsliedern und Seemannsgeschichten, dargeboten von den Usedomer Musikanten Jan und Hein.
Der Samstag ( 10.5. ), natürlich mit strahlendem Sonnenschein führte uns noch einmal nach Polen, diesmal in die alte Hansestadt Stettin, Polens wichtigster Hafen mit mehr als 400.000 Einwohnern. Beim ersten Bummel in der Stadt kämpften wir uns durch einen Gartenmarkt auf der berühmten Hakenterrasse, eine erhöhte Uferpromenade, gesäumt von Prachtbauten wie die Marine – Akademie, das Marinemuseum ( früher Pommersches Landesmuseum ) und ein Regierungsgebäude für den Bezirk Stettin. Danach schlenderten wir zum nahegelegenen restaurierten Schloss der pommerschen Herzöge, in die (teilweise) renovierte Altstadt, manche sogar bis zur Peter- und Paulskirche, die bis zu 8000 Gläubigen Platz bieten soll.
Am Sonntag ( 11.5. ) strahlte die Sonne besonders schön, denn es war Muttertag. Er begann beim Frühstück mit einem Ständchen aller Männer ( Du, du liegst mir am Herzen ) für die Mütter und andere weiblichen Personen und einem kleinen Geschenk von unserem Klaus. Danach starteten wir zu einer Rundfahrt auf „unserer“ Insel Usedom. Über das Fischer- und Bauerndorf Loddin an Achterwasser erreichten wir Koserow ( eines der Bernsteinbäder ), heute ein kleines Seebad mit Steilküste und den „Koserower Salzhütten“ ( Pökeln und Räuchern von Fischen in den Dünen ). Hier soll auch „Vineta“, das Atlantis der Ostsee untergegangen sein. Über Benz, dem Mittelpunkt der „Usedomer Schweiz“, Zirchow und Ullrichsdorf ( das letzte Kolonistendorf Pommerns ) erreichten wir Kamminke, eines der ältesten Fischerdörfer Pommerns am Stettiner Haff, wo wir eine kleine Pause einlegten. Weiter über Mönchow am Peenestrom ( schöne Fachwerkkirche ) landeten wir in Karnin, wo noch die Überreste einer Eisenbahnhubbrücke – für die damalige Zeit ein technisches Wunderwerk – zu sehen waren. Zum Schluss probierten wir in Rankwitz im Lieper Winkel den ausgezeichneten Rauch – und Pökelfisch und machten uns dann gesättigt und fröhlich auf den Heimweg.
Am Montag ( 12.5. ), strahlendes Wetter wie bisher, stand der Besuch von Peenemünde auf dem Programm. Über Trassenheide mit einer riesigen Schmetterlingsfarm ( über 300 tropische Schmetterlinge, Vogelspinnen und Mineralien ) erreichten wir die ehemalige „Heeresversuchsanstalt für die Entwicklung von Sonderwaffen HVA“ des dritten Reiches. In einem sehr informativen Museum wurde die Entwicklung der V1 und V2, die Tests dieser Waffen, Einsätze im Krieg, die Weiterführung der Forschung, die Auslagerung der Produktion und die Einnahme des Anlage durch die Alliierten dargestellt. Nach einem Abstecher zum Hafen Karlshagen kehrten wir nach Ahlbeck zurück, wo uns erstmals auf dieser Reise das Wetter enttäuschte, denn es wurde windig und kühl. Der Abend wurde für manche ungewollt romantisch, denn es gab im ganzen Ort über eine Stunde Stromausfall.
Am Dienstag ( 13.5.), der sonnig aber sehr kühl begann, starteten wir zum letzten Ausflug dieser Reise in die Stadt des berühmten Landschaftsmalers Caspar David Friedrich, in die alte Hansestadt Greifswald, ein Zentrum von Bildung, Wissenschaft und Technik früher und heute wieder. Ein Rundgang führte uns an den drei weithin sichtbaren Kirchenbauten der Marienkirche ( die dicke Marie ), der Domkirche St. Nikolai ( der lange Nikolaus ) und St. Jakobi ( der kleine Jakob ) vorbei entlang der Universität zum Marktplatz mit dem alten Rathaus, wo wir noch Zeit für eigene Entdeckungen hatten. Auf der Rückfahrt besichtigten wir die hölzerne Wiecker Klappbrücke aus dem Jahr 1887, heute ein technisches Denkmal. Vorbei an der Klosterruine Eldena und am Fischereihafen Freest an der Peenemündung kehrten wir wieder zurück nach Ahlbeck. Abends erwartete uns ein kurzweiligen Sing- und Anekdotenabend mit Hans-Werner Hinz, einem Ahlbecker Lehrer.
Der Mittwoch (14.5.), sonnig und kühl, stand zur freien Verfügung. Viele nutzten diesen Tag zu einem Ausflug in die nähere Umgebung ( Swinemünde, Heringsdorf usw.). Nachmittags ließen wir die ereignisreichen Tage bei einem Kaffeenachmittag im Haus Seeblick ausklingen.
Donnerstag ( 15.5. ) war Heimreisetag. Nach 900 km quer durch Deutschland landeten wir abends wohlbehalten wieder im heimatlichen Ulm, voll von Eindrücken, Erlebnissen oder einfach nur müde von der langen Fahrt.
Einen besonderen Dank für diese gelungene Reise gebührt am Schluss unserem Organisator Klaus Wähler und seiner Gabi! und den Mitarbeitern des Erholungswerks Frau Kirsten Balster und Letzmalig Herrn Karl Utz. Wie immer haben sie alles bestens organisiert und waren unermüdlich um unser Wohlergehen besorgt.
Werner Temme

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